Was war doch gleich… Projektarbeit in der Kita?

Ein Waldprojekt, wenn man einen Spaziergang im Wald macht und Nüsse sucht? Ein Theaterprojekt, wenn man mit den Kindern eine Aufführung für das Sommerfest einstudiert? Ein Ernährungsprojekt, wenn man mit den Kindern gemeinsam Kresse pflanzt?

Aber sind das wirklich Projekte?

Ein Projekt in Kitas ist eine offen geplante Bildungsaktivität einer lernenden Gemeinschaft bestehend aus pädagogischen Fachkräften, Kindern, Eltern und weiteren Experten: Es wird sowohl von den Erwachsenen, als auch den Kindern her gedacht. Dabei stehen aber ganz klar die Themen der Kinder im Vordergrund – Erwachsene sind hier eher als Impulsgeber zu sehen.

Projekte werden nicht vorab geplant, sondern finden ihren Ausgangspunkt durch ein spezifisches Interesse der Kinder. Nicht jede Idee eignet sich dafür. Wichtig ist, dass das Thema mit der Lebenswirklichkeit der Kinder in Verbindung steht. So können die Kinder Anknüpfungspunkte für sich ausmachen.  Denn nur wer den Sinn dessen versteht, was er lernt, begreift auch und kann das Wissen auf andere Bereiche übertragen.

Projekt-Themen kennzeichnen sich zudem dadurch, dass sie vielfältige Perspektiven und Formen der Bearbeitung zulassen. Die Kinder erhalten dadurch einen umfassenden Einblick, können Zusammenhänge begreifen und bekommen eine konkrete Vorstellung von einem Thema. Dabei werden gemeinsam Ziele festgelegt, was man mit dem Projekt erreichen möchte und was somit den Abschluss des Projektes kennzeichnet.

Ein Projekt verbindet Leben, Lernen und Arbeiten. Erwachsene und Kinder begeben sich gemeinsam auf den Weg, die Welt zu erforschen.  Im Mittelpunkt steht die intensive, bereichsübergreifende Auseinandersetzung mit einem Thema und dessen Einbettung in größere Zusammenhänge. Dabei geht es nicht darum, „richtiges Wissen“ zu produzieren, sondern Bedeutungen zu erforschen.

Projekt-Arbeit verändert den Lernvorgang wesentlich.

Kinder machen nicht mehr nach, sondern planen, lernen, agieren, forschen, überlegen, entdecken und produzieren selbstständig.

Die Größe von Projekten kann variieren und sich nach Situation und Thema richten: Vom Mini-Projekt, das spontan mit einer kleinen Gruppe entsteht, über verschiedene Formen von gruppenübergreifenden Projekten zu einer Projektwoche. Oder aber, eine Kita verinnerlicht das projektorientierte Arbeiten als allgemeine pädagogische Handlungsweise: Sie greifen Alltagssituationen der Kinder (soweit das möglich ist) umgehend auf und bearbeiten diese mit den Kindern, die daran interessiert sind. Auch hier sind die Kinder die Hauptakteure. Sie werden von Pädagoginnen, die in erster Linie beobachten und dokumentieren, begleitet. Es handelt sich dabei um kleine Projekte, die schon nach einer Stunde beendet sein können. Die Anlässe und Situationen sind nicht spektakulär.

Nicht das Ergebnis, sondern der Prozess steht im Vordergrund!

Auf Seiten der pädagogischen Fachkräfte erfordert Projekt-Arbeit Mut und vor allem Toleranz für Fehler und Umwege, die beim eigentätigen Lernen und Ausprobieren der Kinder dazugehören dürfen. Nicht das Ergebnis, sondern der Prozess steht im Vordergrund!

Das ist also ein Projekt! Die Chance, dass sich Kinder umfassend und selbsttätig die Welt aneignen. Wenn pädagogische Fachkräfte bereit sind, gemeinsam mit den Kindern neue Wege einzuschlagen und zu lernen, haben die Kinder eine Chance wirklich eigene Wege zu gehen und Erfahrungen zu sammeln.  



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