Was war doch gleich… Qualität in der Kita?

Alle sprechen davon, wie wichtig die „Qualität“ in Kitas ist. Aber was ist damit eigentlich gemeint?

Qualität an sich bezeichnet die Beschaffenheit einer Sache. Im Prinzip geht es also darum, ob die Kita als gut oder schlecht zu beurteilen ist. Allerdings stellt sich die Frage, was eine gute Kita eigentlich macht. Und wer entscheidet, ob die Kita gute oder schlechte Bildung, Erziehung und Betreuung anbietet? Der Träger, die Erzieher, die Eltern, die Kinder?

Qualität braucht transparente Standards

Um eine Einschätzung zur Qualität abzugeben, braucht man zuerst Kriterien – sogenannte Standards. An diesen misst man die Qualität. Gut ist die Kita dann, wenn sie die Kriterien bestmöglich erfüllt. Deshalb müssen Ziele und Standards transparent gemacht werden, sonst kann man die Qualität nicht erkennen.

Die Kriterien definiert jede Kita für sich, denn einen einheitlichen Qualitätsstandard gibt es schlichtweg nicht. Dabei kann die Definition von sinnvollen Qualitätsmerkmalen nur dann gelingen, wenn die Perspektiven aller Beteiligten gesehen und berücksichtigt werden: allen voran die Kinder, Eltern und pädagogischen Fachkräfte.

Dimensionen von Qualität

Qualitätsmerkmale können sich auf verschiedene Dimensionen beziehen.

Da gibt es die Orientierungsqualität, die sich auf die pädagogischen Vorstellungen, Werte und Überzeugungen der pädagogischen Fachkräfte bezieht, z.B. das Bild vom Kind oder die Haltung gegenüber Eltern.

Die Prozessqualität macht Aussagen über Abläufe und Zuständigkeiten. Außerdem geht es hier um Erfahrungen, die das Kind in seiner sozialen und materiellen Umwelt macht, z.B. in Interaktionen oder im Hinblick auf Partizipation.

Strukturqualität bestimmt, wie gute pädagogische Arbeit erreicht werden soll. Dabei geht es um Rahmenbedingungen, wie z.B. die Gruppengröße, den Erzieher-Kind-Schlüssel, räumliche sowie finanzielle Bedingungen.

Letztlich gibt dann die Ergebnisqualität Auskunft darüber, ob die erarbeiteten und versprochenen Qualitätsstandards wirklich realisiert werden, also „beim Kind“ ankommen.

Inwiefern werden die festgelegten Kriterien im Kita-Alltag erfüllt?

Werden sie voll und ganz erfüllt, ist die Qualität sehr gut. Werden sie keineswegs erfüllt, ist die Qualität sehr schlecht. Aber Qualität ist kein bipolarer Begriff, es gibt also nicht nur schwarz und weiß, sondern unzählige Zwischentöne! Werden im Kita-Alltag also manche der aufgestellten Kriterien noch nicht erfüllt, kann man aktiv daran arbeiten, die Erfüllung zu verbessern.

Die Qualität in Kitas ist also nicht als fixer Punkt oder fertiger Zustand, sondern eher als Prozess zu sehen. Da sich das Leben in der Kita, die Umwelt und die Bedürfnisse der Kinder immer wieder verändern, müssen sich auch die festgelegten Kriterien und Ziele für die gute pädagogische Arbeit angleichen.

Deshalb reicht es natürlich nicht aus, einfach nur alle Kriterien regelmäßig wie in einer Checkliste abzuhaken. Stattdessen geht es darum ständig zu reflektieren: Passen die täglichen Abläufe noch zur pädagogischen Haltung und sind die strukturellen Rahmenbedingungen zufriedenstellend? Wo müssen Neuerungen stattfinden, wo neue Kriterien formuliert werden?

Kita-Qualität ist nicht einfach nur bessere Rahmenbedingungen

Es bedeutet auch, die pädagogischen Prozesse und die eigene Fachlichkeit kontinuierlich weiterzuentwickeln. Denn Qualität steht und fällt mit den Menschen, die in den Krippen, Kindergärten und Horten aktiv sind!


Ein Video zu diesem Thema finden Sie auf unserem YouTube-Kanal!


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