Kind beim malen: Portfolios in der Kita führen

Was war doch gleich… Portfolio

Das ist doch dieser Ordner mit Fotos der Kinder. Entwicklungsschritte, also was das Kind geschafft hat, sind da drin. Oder Fotos vom Geburtstag oder Ausflügen.

Falsch ist das natürlich nicht, aber so ganz trifft das noch nicht die Definition eines Portfolios.

Ein Portfolio ist eine zielgerichtete Sammlung von Dokumenten – sowohl der Kinder als auch der pädagogischen Fachkräfte und Eltern. Das bedeutet, dass Beobachtungsergebnisse der Erwachsenen und die Werke der Kinder zusammenfließen. Und dadurch werden die Bildungsprozesse und Entwicklungsverläufe eines Kindes sichtbar gemacht.

Der Unterschied zu einer gewöhnlichen Sammelmappe ist also, dass den Portfolioinhalten Bedeutungen innerhalb des Bildungs- und Entwicklungsprozesses des Kindes zukommen. Und auf der Grundlage dieser Sammlung, sollen Kinder, Fachkräfte und Eltern die Möglichkeit erhalten, eigene Handlungen und Vorgehensweisen zu reflektieren und zur Grundlage von nächsten Schritten zu machen.

Wie genau kann man sich das also im Kita-Alltag vorstellen?

Es werden gemeinsam Erfahrungen während des Einrichtungsbesuches festgehalten. Dabei kommt es natürlich auf das Alter des Kindes an, wie intensiv es an der Gestaltung partizipieren kann.
Ebenso werden Bildungsgelegenheiten und wie sich das Kind darauf eingelassen hat beschrieben. Außerdem können neben den dokumentierten Erlebnissen und Eindrücken auch Werke der Kinder einfließen – also Gebasteltes oder Gemaltes.
Im Prinzip lassen sich die Inhalte eines Portfolios beliebig ergänzen: Steckbriefe, Gefühlsbilder, Projektdokumentationen und auch digitale Erzeugnisse – wichtig ist, dass diese immer einen individuellen Bezug zum Kind haben und etwas über dessen Interessen, Kompetenzen oder Entwicklung aussagen.
Folglich muss es auch nicht unbedingt ein Portfolio-ORDNER sein – das Portfolio kann verschiedenste Formen haben: Ordner, Mappen, Kisten, Fächer, analog und / oder digital.

Der Dialog in der Portfolio-Arbeit!

Und jetzt kommt ein ganz wichtiger Part bei der Portfolio-Arbeit: Der Dialog! Denn ein Portfolio bietet Anlass für den Dialog zwischen Kind und Eltern, Kind und Gruppe bzw. zwischen den Kindern, Kind und Fachkraft, Fachkraft und Eltern. Die Inhalte sind ein wunderbarer Impuls, um sich über Erfahrungen, Erlebnisse, gemeisterte Schritte und Herausforderungen zu unterhalten.
Was war besonders? Wie habe ich das erlebt? Was war dabei einfach, was ist mir schwergefallen? Wie habe ich mich dabei gefühlt? Wer hat mir geholfen? Was will ich als nächstes schaffen? Warum ist mir das wichtig…

Das Kind fängt durch das Portfolio an, über seine eigene Entwicklung nachzudenken. Es macht für das Kind sichtbar, dass es Herausforderungen aus eigener Kompetenz bewältigen kann und stärkt so dessen Selbstvertrauen.
Insgesamt stärkt das Portfolio die Lernkompetenz des Kindes, da es ein vorzeigbares Dokument seiner Selbstwirksamkeit ist. Das Kind erkennt, dass es Dinge aus eigenem Antrieb und eigener Kraft heraus meistern kann.

Damit das Kind auch die Möglichkeit dieser Auseinandersetzung mit seinem Portfolio hat, ist die Zugänglichkeit sehr bedeutend. Das Kind muss jederzeit, wenn es möchte, sein Portfolio hervorholen und ansehen können. Egal ob es sich dabei um einen Ordner oder eine Sammelbox handelt.

Kurz und knapp: Das ist also ein Portfolio! Doch ein bisschen mehr als nur eine Sammelmappe, nämlich eine pädagogische Handlungsweise, bei der sich Kinder und Fachkräfte intensiv mit den Inhalten auseinandersetzen und ihre Perspektiven erweitern.

Und genauso hoffen wir, dass wir auch Ihre Perspektive auf das Portfolio mit dieser kurzen Erklärung erweitern konnten. Bis zum nächsten Mal!


Ein Video zu diesem Thema finden Sie auf unserem YouTube-Kanal!


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