Was war doch gleich… Partizipation?

Partizipation heißt, dass die Kinder entscheiden. Also Mitentscheiden. Im Sinne von Teilhabe. Schließlich kommt der Begriff auch vom lateinischen particeps –  was teilhabend bedeutet. Bei Partizipation geht es also um verschiedene Formen der Teilhabe, Beteiligung und Mitbestimmung.

Und in Kindertageseinrichtungen bedeutet Partizipation die ernst gemeinte, altersgemäße Beteiligung der Kinder am Einrichtungsleben. Die Kinder bringen sich, ihre Ideen, Meinungen, Empfindungen und Sichtweisen ein. Sie beeinflussen aktiv ihren Alltag. Auf der Seite der Pädagogen erfordert das eine Haltung, die den Kindern Respekt entgegenbringt, sie ernst- und wahrnimmt und ihnen vertraut.

Übrigens ist Partizipation in der UN-Kinderrechtskonvention, im Kinder- und Jugendhilfegesetz (dem SGB VIII) und den Kindertagesstättengesetzen der Länder verankert.

Und damit sind pädagogische Fachkräfte in Kindertageseinrichtungen verpflichtet, Kinder an Entscheidungen, die ihr Leben oder das Leben der Gemeinschaft betreffen, zu beteiligen.

Was bedeutet das nun konkret für die pädagogische Praxis?

Das Recht auf Partizipation lässt sich auf zwei Ebenen betrachten:  Selbstbestimmung und Mitbestimmung

Selbstbestimmung

Selbstbestimmung zielt auf Individualrechte ab, auf das Grundrecht, die eigene Persönlichkeit frei zu entfalten. Kinder lernen hier ihre Bedürfnisse wahrzunehmen, zu äußern und dafür einzutreten. Das Selbstbestimmungsrecht ist ein Grundpfeiler des Kinderschutzes. Denn wenn ein Kind nicht gedrückt werden möchte, dann ist das dessen Entscheidung. Für uns Erwachsene ist das selbstverständlich, dass wir nicht ohne Zustimmung gedrückt oder gar geküsst werden wollen. Und genauso muss dieses Selbstbestimmungsrecht auch für die Kinder gelten.

Zur Selbstbestimmung zählt auch die Entscheidung, wann sie was und wie viel sie essen wollen. Die Kinder äußern ihr Bedürfnis nach Ruhe und bestimmen selbst, ob und wie lange sie schlafen wollen, usw.

Mitbestimmung

Die Mitbestimmung zielt auf Kollektivrechte ab. Hier geht es im Prinzip um die Einübung in Demokratie. Dabei kann die Beteiligung der Kinder mehr oder weniger intensiv sein. Dies geht von der reinen Information, über das Hören der Meinung, hin zur Mitentscheidung oder gar alleinigen Entscheidung.

Wichtig ist, dass es für die Kinder einen klaren, verlässlichen Rahmen gibt. Was dürfen sie mitentscheiden? Welche Formate gibt es für die Beteiligung? Wie werden die Kinder informiert?

Sie fragen sich, bei welchen Themen Kinder gut in der Kita mitentscheiden können?

Ganz klassisch kann das bei der Planung und Durchführung von Projekten geschehen. Bei einer Kinderkonferenz oder dem regelmäßigen Einberufen eines Kinderparlaments lassen sich Themen Agenda-artig besprechen.

Die Themen können von den Pädagogen genauso wie von den Kindern eingebracht werden. Man kann die Anschaffung von Spielmaterialien gemeinsam diskutieren. Oder über die Gestaltung der Räume sprechen: Wie sollen sie eingerichtet oder dekoriert sein?  

Ein besonderer Aspekt der Mitbestimmung ist ein Beschwerdeverfahren für Kinder: Auf der Grundlage des Bundeskinderschutzgesetzes besteht für Kitas die Pflicht, ein solches Beschwerdeverfahren einzuführen. Es hat zum Ziel, dass die Beschwerden, Anregungen und Verbesserungsvorschläge der Kinder aufgenommen, reflektiert und bearbeitet werden. Möglichkeiten dafür? Gespräche im Morgenkreis, eine Beschwerdewand, ein Beschwerdebriefkasten … und auch hier sind die Themen vielfältig: Vom Spielmaterial über die Gestaltung des Morgenkreis bis hin zur Essensauswahl…

Das ist also Partizipation!

Wir hoffen, dass der Begriff –  oder vielmehr das pädagogische Prinzip – der Partizipation nun klar und griffiger geworden ist. Und wir freuen uns schon, wenn Sie auch das nächste Mal wieder dabei sind, wenn es wieder darum geht, pädagogischen Begriffen auf den Grund zu gehen!


Ein Video zu diesem Thema finden Sie auf unserem YouTube-Kanal!


Kennen Sie schon unserer Kita-Häppchen?

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