Entwicklungsgespräch in der Kita

Mit Familien im Austausch – das Kind im Fokus

In einem Entwicklungsgespräch bespricht man die Stärken des Kindes, seine Interessen und Themen. Wünsche, Erwartungen und Besonderheiten können dabei ebenso zur Sprache kommen. Es geht um das Wohlbefinden und den gesamten Entwicklungsverlauf des Kindes. Erziehungsvorstellungen von Eltern und pädagogischen Fachkräften werden abgeglichen und Bildungs- und Erziehungsziele für das Kind festgelegt. Ebenso dienen Entwicklungsgespräche dem Austausch jeweiliger Sichtweisen und Wahrnehmungen von Entwicklungsschritten. Allem voran steht eine wertschätzende Haltung gegenüber dem Kind und seinen Bezugspersonen.

All diese und noch viele weitere Themen können in einem Entwicklungsgespräch zur Sprache kommen. Aber:

Entwicklungsgespräche erfolgreich meistern - Handbuch

Wozu dient ein Entwicklungsgespräch?

Jedes Kind hat ein Recht auf qualitätvolle Bildung und optimale Förderung. Dies ist nur dann möglich, wenn ein intensiver Austausch zwischen seinen Bildungsbereichen – der Kita und der Familie – stattfindet. Schließlich kann das Kind am besten in einer Umgebung lernen, in der es sich wohlfühlt. Von einem regelmäßigen Austausch, unter anderem im Rahmen von Entwicklungsgesprächen, profitieren alle.

Des Weiteren dienen Entwicklungsgespräche dazu, gemeinsam die Entwicklung, Bildung und Erziehung des Kindes zu betrachten. Denn durch den Austausch ergänzen sich die verschiedenen Perspektiven auf das Kind – und das Verständnis füreinander wächst und wächst. Demzufolge können Kita und Eltern gemeinsame Ziele für die Bildung und Erziehung des Kindes vereinbaren. Denn, gemeinsam festgelegte Ziele führen zu einer größeren Transparenz und einer gelingenden Umsetzung – Hand in Hand. Transparenz bedeutet hier, dass die pädagogischen Fachkräfte und die Bezugspersonen stets im Austausch über die Belange des einzelnen Kindes stehen.

Obendrein sind systematische Beobachtungen der Fachkräfte und deren fundierte Dokumentation Grundlage von Entwicklungsgesprächen.

1x1: Was ist eigentlich ein Entwicklungsgespräch?!

In unserer YouTube-Reihe 1×1 der Pädagogik nehmen wir regelmäßig unter dem Motto: Was ist eigentlich…?! einen pädagogischen Begriff unter die Lupe. So auch die Frage: Was ist eigentlich ein Entwicklungsgespräch?!

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Welche Merkmale zeichnen ein Entwicklungsgespräch aus?

1. Entwicklungsgespräche sind ziel- und ergebnisorientiert.

Es geht im Entwicklungsgespräch nicht darum, zu plaudern. Stattdessen sollen Inhalte, Ziele und Methoden für die individuelle Förderung des Kindes erarbeitet werden.

2. Entwicklungsgespräche sind geplant und gut vorbereitet.

Nur mit Vorbereitung können sinnvolle Bildungs- und Erziehungsziele formuliert werden. Entwicklungsgespräche finden deshalb keinesfalls spontan statt, sondern bieten allen Beteiligten genügend Zeit sich darauf vorzubereiten.

3. Entwicklungsgespräche weisen Struktur auf.

Die o.g. Ziel- und Ergebnisorientierung kann am besten erreicht werden, wenn der Ablauf des Gespräches allen Teilnehmern bekannt ist.

4. Entwicklungsgespräche finden in offener Atmosphäre statt.

Alle Beteiligten sollen sich akzeptiert und willkommen fühlen. Es geht nicht darum, wer Recht hat – vielmehr sollen sich die verschiedenen Perspektiven gegenseitig ergänzen.

Und wie oft finden Entwicklungsgespräche statt?

In den Bildungsplänen gibt es hierzu unterschiedliche Aussagen. Da Kinder ihre Kompetenzen immerfort weiterentwickeln und Grenzen erweitern, wäre mindestens zweimal im Jahr wünschenswert! Des Weiteren sollten zusätzliche Entwicklungsgespräche eingeplant werden, wenn besondere Situationen dies erfordern, z.B. am Ende der Eingewöhnungsphase, im Übergang zur Schule, bezüglich Inklusion, Trennung der Eltern…

Und denken Sie daran:

Entwicklungsgespräche sind eine Chance und sollten nicht negativ besetzt sein. Es werden per se keine Probleme besprochen. Zudem sind Kinder verschiedenEltern auch. Es gibt nicht “die Eltern“ als homogene Gruppe. Jede Mutter, jeder Vater ist ebenso individuell, wie jedes Kind. Eltern unterscheiden sich nicht nur in ihren Lebenslagen und ihrem kulturellen, finanziellen und sozialen Hintergrund. Auch schließt der Begriff Eltern vielfältige Familienformen ein mit ggf. unterschiedlichen Bezugspersonen, die ebenfalls Achtung finden müssen. Ebenso sind die Bedürfnisse und Erwartungen an die Kita sehr unterschiedlich. Damit ein Entwicklungsgespräch erfolgreich zum Ziel führt, gilt es sich, auf diese Bedürfnisse individuell einzustellen. Weiterhin ist eine wertschätzende und respektvolle Haltung hier von großer Bedeutung.

Hände Zusammenhalt
Kinder sind verschieden – Eltern auch

Das ist also ein Entwicklungsgespräch.

Regelmäßige Entwicklungsgespräche sind ein Qualitätsmerkmal pädagogischer Arbeit. Im Rahmen der Erziehungs- und Bildungspartnerschaft nehmen sie einen wichtigen Stellenwert ein. Nehmen Sie daher das Entwicklungsgespräch als positiven Anlass und Chance, das Kind in den Mittelpunkt der gemeinsamen pädagogischen Bemühungen zu stellen. Eltern haben großes Interesse daran, Rückmeldungen und Informationen zum Verhalten, den Interessen und der Entwicklung ihrer Kinder zu bekommen.

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Quellen

  • Glöser, B. (2019): Miteinander sprechen. Gelingende Gespräche in der Kita. Freiburg im Breisgau: Verlag Herder.
  • Groot-Wilken, B. (2007): Entwicklungsgespräche in der Kita. Freiburg im Breisgau: Verlag Herder.
  • Jaszus R./ Ackermann A. (Hrsg.) (2021): Sozialpädagogische Lernfelder für Erzieherinnen und Erzieher. Handwerk und Technik
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