Bildungs- und Erziehungspartnerschaft

Kooperation von Familie und Kita zum Wohl des Kindes

Man könnte denken, Bildungs- und Erziehungspartnerschaft wäre einfach eine moderne Bezeichnung für Elternarbeit. Kurz gesagt bedeutet Bildungs- und Erziehungspartnerschaft ja auch, dass Kita und Eltern gut zusammenarbeiten. Obwohl das so simpel klingt, steckt viel mehr dahinter! Deshalb lohnt es sich, einmal genauer hinzusehen.

Was bedeutet Bildungs- und Erziehungspartnerschaft genau?

Inzwischen ist die Verwendung des Begriffs in Krippe, Kindergarten und Hort üblich. Dennoch bleibt die Bedeutung, die dahinter steckt, häufig unerkannt. Der Begriff Bildungspartnerschaft kommt aus dem Feld der formalen Bildung. Trotzdem verwendet man ihn heutzutage für das Zusammenspiel zwischen Kita und Elternhaus. Folgerichtig geht es also darum, Kita und Elternhaus als wichtige Lern- bzw. Bildungsorte des Kindes zu verstehen. Demgegenüber bezieht sich Erziehungspartnerschaft auf die gemeinsame Verantwortung für das kindliche Wohl. Der Begriff umfasst also vor allem die Felder der Erziehung, Förderung und Betreuung.

Das Kind im Zentrum der Bildungs- und Erziehungspartnerschaft
Das Kind im Zentrum der Bildungs- und Erziehungspartnerschaft

Das Bildungsdreieck in der Erziehungs- und Bildungspartnerschaft

Indem pädagogische Fachkräfte und Eltern gemeinsam mit dem Kind dessen individuelle Bildungsbiografie gestalten, entsteht eine Art Bildungsdreieck. Dabei steht das Kind im Mittelpunkt der Bemühungen. Deshalb ist es wichtig, dass sich seine Bezugspersonen gegenseitig anerkennen und vertrauen. Die Eltern sind dabei die Experten für ihr Kind im Speziellen. Erzieherinnen und Erzieher sind dagegen die Experten für die kindliche Entwicklung und Bildung im Allgemeinen. Auch das Kind selbst ist als Gestalter seiner eigenen Bildung anzuerkennen, da es eigenaktiv lernt. In diesem Sinne ist eine Partnerschaft anzustreben, bei der sich Familie und Kindertageseinrichtung als wichtige Lernorte für das Kind begreifen.

Es kommt auf die Haltung an!

Statt sich in gegenseitiger Konkurrenz zu sehen, verstehen sich Kita und Elternhaus als gleichwertige Partner mit unterschiedlichen Blickwinkeln. Entsprechend schätzen sie, wie sich ihre einzelnen Perspektiven wie Puzzleteile ineinanderfügen. Schließlich entsteht nach und nach ein umfassendes, gemeinsames Bild von der kindlichen Persönlichkeit und Entwicklung. Dabei ist zu berücksichtigen, dass pädagogische Fachkräfte und Eltern unterschiedliche Rollen für das Kind einnehmen. Um dem Kind Loyalitätskonflikte zu ersparen, gehen alle Erziehungs- und Bildungspartner Hand in Hand. Auf Basis der anerkennenden Haltung wird eine wertschätzende und vertrauensvolle Zusammenarbeit entstehen, bei der sich Eltern und Erzieherinnen bzw. Erzieher ergänzen.

Kommunikation als Schlüssel

Insgesamt geht es bei der Erziehungs- und Bildungspartnerschaft also um eine Haltung, die die gemeinsame Verantwortung für das Kind als selbstverständlich sieht. Jedoch entsteht gegenseitiges Verständnis und Vertrauen nicht mit der Unterschrift auf dem Betreuungsvertrag. Deswegen müssen sich alle Seiten beständig und regelmäßig über ihre Erziehungsvorstellungen, Erfahrungen und Beobachtungen austauschen und diese abgleichen. Kurz gesagt ist der intensive Dialog zentral für das Gelingen der Bildungs- und Erziehungspartnerschaft.

Bildungs- und Erziehungspartnerschaft in fünf Minuten!

Wer ist verantwortlich für eine gelingende Bildungs- und Erziehungspartnerschaft?

Abgesehen davon, dass die Bildungs- und Erziehungspartnerschaft für die Bildung und Entwicklung des Kindes von großer Bedeutung ist, ist sie auch gesetzlich verankert. Laut SGB VIII sind Kindertageseinrichtungen dazu verpflichtet, bei der Wahrnehmung ihrer Bildungs- und Erziehungsaufgaben eine enge Kooperation mit den Eltern zu suchen und sie an Entscheidungen in wesentlichen Angelegenheiten der Kita zu beteiligen. Obwohl dies meist im auch Interesse der Eltern liegt, nehmen Eltern doch als Privatpersonen aus freiwilliger Entscheidung an kooperativen Prozessen teil. Im Gegensatz dazu hat das pädagogische Personal die professionelle Verpflichtung, die Bildungs- und Erziehungspartnerschaft zu stärken. Das heißt, die Fachkraft in ihrer Berufsrolle trägt die Verantwortung für eine gelingende Bildungs- und Erziehungspartnerschaft. Schließlich ist sie verantwortlich für die Qualität der pädagogischen Arbeit – und damit auch für das Wachstum der konstruktiven Bildungs- und Erziehungspartnerschaft.

Worin liegt der Gewinn?

Unter dem Strich trägt die gelingende Bildungs- und Erziehungspartnerschaft mit den Eltern entscheidend dazu bei, dass sich Kita-Kinder sicher fühlen. Aufgrund dieser emotionalen Sicherheit sind sie frei und offen, sich all den Dingen zuzuwenden, die von ihnen entdeckt werden wollen.

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